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Neuigkeiten von Veranstaltungen, aus der Werkstatt und von laufenden Forschungsprojekten


Dienstag, der 24. 3. 2020

Forschungsprojekt an der Schule für Farbe und Gestaltung Stuttgart

Im Rahmen einer Examensarbeit an der Schule für Farbe und Gestaltung in Stuttgart erarbeiten wir derzeit Präparationen mit speziellen Pigmenten für historische Lacksysteme wie Kutschen- und  Nitrozelluloselack, Alkyd-Kunstharzbindemittel und thermoplastischen Acryllacke.

Marcel Heck, Christin Dreisilker, Melanie Treimer und Yannik Schmidt haben traditionell verwendete Pigmente so aufbereitet, dass sie zum Tönen dieser Beschichtungsmitteln eingesetzt werden können. Dabei wird selbstverständlich auch weiterhin auf  heute legal nicht mehr verwendbare, Schwermetall-haltige Pigmente verzichtet. Farbmittel wie Marroon oder spezielle Schwarzpigmente werden es jedoch in Zukunft möglich machen, die ursprünglich verwendeten Farbtöne noch besser und genauer nachzustellen. Dies ist besonders entscheidend bei genau abgestimmten, punktuellen  Reparaturen innerhalb von orignalen Lackierungen , denn auf diese Weise können Farbabweichungen und grössere Beilackierungen vermieden werden.

Darüber hinaus werden wir patentierte Markerpigmente von Tailorlux für den Einsatz in historischen Lacksystemen testen, deren Nachweis in Lackierungen mit zerstörungsfreien Methoden möglich ist. Auf diese Weise können  Materialformulierungen nach historischer Rezeptur dauerhaft so markiert werden, dass sie sicher von originalen Bereichen unterscheidbar bleiben. Dies entspricht nicht nur den Grundlagen der Charta von Turin, sondern verhindert auch, dass authentisch restaurierte Flöchen möglicherweise irreführend als originale Bereiche beschrieben werden.

Trotz  Behinderungen durch die aktuelle Krisenlage führen wir dieses Projekt weiter und werden die Ergebnisse  nach Abschluss zeitnah veröffentlichen. Ich freue mich sehr über die schöne Zusammenarbeit mit meinen Partnern in Stuttgart, - dankeschön für Euer tolles Engagement!


Dienstag, der 4. 2. 2020

Society of Automotive Historians,  Award of Distinction

Im Rahmen des Salon Rétromobile in Paris fand auch 2020 das Dinner der Society of Automotive Historians statt, bei dem mein Buch "Kutschenlack, Asphaltschwarz und Nitroglanz" mit dem Nicolas Cugnot Award of Distinction ausgezeichnet worden ist. Für diesen Preis, vergeben durch eine Peer-Jury aus internationalen Automobilhistorikern, möchte ich mich ganz herzlich bedanken!

Inzwischen ist  auch die englische Übersetzung des Buches in Arbeit, die mit grosszügiger Unterstützung der Stiftung The MotorCar Hub realisiert wird. Diese Ausgabe kann nach aktueller Planung 2021 im Karren Verlag Münster bestellt werden und ist dann auch international verfügbar.


Montag, der 16. 12. 2019

 "Automobiler Fachwortschatz zur Beschreibung historischer Fahrzeuge"

 

 

 

 In der Oldtimerszene herrscht heute eine Sprachverwirrung babylonischen Ausmaßes. Pure Leidenschaft lässt sich zwar in lyrischen Tönen famos besingen, doch mitunter fordern Fakten eine präzise Formulierung. Zum Beispiel, wenn es in Gutachten und Bewertungen um Zustände geht, um Originalität oder Patina – Begriffe, die heute jeder aus seiner eigenen Erfahrung und Perspektive zu nutzen weiß.

Diskussionen allerdings stellen sich immer dann als schwierig dar, wenn sich das benutzte Vokabular  in einem weiten Panorama freier Interpretationen verliert.

Diese Unschärfe irritiert besonders, weil zunehmend Begriffe aus dem Spektrum der Kunst- und Kulturgüter Einzug in die Welt historischer Fahrzeuge gehalten haben. Sie werden meist genutzt, ohne dass ihre seit Jahrzehnten etablierten Definitionen geläufig sind, die in internationalen Normen, Vereinbarungen, Gesetzen oder Abkommen zum Kulturgutschutz als rechtsgültige Standards verankert sind. Dabei finden sich längst offizielle Anwendungen: So fordert die so genannte Oldtimer-Richtlinie – verankert im berühmten §23 StVZO – explizit die Prüfung, ob das vorgeführte Fahrzeug tatsächlich die Kriterien eines kraftfahrzeugtechnisches Kulturgutes erfüllt oder nicht.

Dieser Fachwortschatz bildet den aktuellen Stand einer Vielzahl von Begriffen ab. Er bietet allen, die mit Interesse und Herzblut historischen Fahrzeugen begegnen, eine profunde Referenz, Zustände und Herangehensweisen künftig präziser differenzieren und beschreiben zu können. 

Das Buch ist im  Karren-Verlag erscheinen, es ist ab Mitte Januar 2020 über unseren Vertriebspartner Delius Klasing und unter der ISBN 978-3-947060-11-5 im Buchhandel erhältlich. Direkt zum Bestell-Link geht es hier.

Eine internationale Ausgabe in englischer Sprache ist aktuell in Vorbereitung.


Samstag, der 16. November 2019

Das Schweizer Ausbildungsprogramm für Fahrzeugrestauratoren erhält den

Culture Award der Fédération International des Vehiculs Anciens (FIVA)

 

Im Rahmen der General Assembly des Oldtimer Weltverbandes FIVA wurde das Ausbildungsprogramm der IgF mit dem Cultur Award in der Kategorie

"EDUCATION, TRAINING and the raising of AWARENESS" aussgezeichnet.

In ihrer Laudatio begründete die Vorsitzende der Kulturkommission, Natasa Jerina Grom die Entscheidung der Jury:

"The Educational Program for Vehicle Restorers provided by the Interessengemeinschaft Fahrzeugrestaurator (IgF) in Switzerland is an outstanding initiatives related to education, training and the raising of awareness in the field of cultural and technical mobile heritage, with focus on the promotion of the sustainable development of the environment. This association provides working standards in accordance to the FIVA Technical Code and the Charter of Turin, so collectors and owners can be sure to have their vehicles professionally preserved, restored, repaired and maintained. The program is coordinated with the national agency for education (SBFI) and finalized with a state-recognized exam (Berufsprüfung) and certificate, the Eidgenössische Fachausweis as vehicle restorer. The program is permanently developed and supplemented by free periodic workshops, organized for the members of IgFS, so also continuous training is provided for specialists already working in the trade. The vehicle restoration degree combines practical skills with in-depth theoretical knowledge and testifies the holder has all skills required for qualified professional work."

 

Zusammen mit meine Kollegen freue ich mich sehr über diese schöne Würdigung unserer langjährigen Arbeit und den guten Weg, den drei Jahrgänge unserer Absolventen inzwischen in ihrem Berufsleben gehen.