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Neuigkeiten von Veranstaltungen, aus der Werkstatt und von laufenden Forschungsprojekten


Donnerstag 9. September 2021

podcast recording with Matt Green from Cars Yeah!

Today I had a great conversation with Matt Green, recorded for his unique podcast Cars Yeah!. It was a lot of fun, chatting about older and newer cars, restoration and an imaginary drive with Queen Elisabeth II. of England... . Thank you very much, dear Matt for this great experience and looking forward to get to know you also in person as soon as possible!


- da schau her:   "Michael Fröhlich mit dem Mustang von Steve McQueen".

OK, jeder hat das Recht sich nach Belieben selbst lächerlich zu machen. Leider ist diese Räuberpistole dann auch von dpa, WDR, BILD, Auto Bild Klassik, FOCUS, Die Zeit und allerlei anderen Medien brav nacherzählt worden.

Der einzig sinnvolle Kommentar dazu ist:

 

 

Nach Intervention der Familie McQueen (" never saw that car in any of our driveways or garages") wurde der Wagen inzwischen von MECUM aus der Auktion zurückgezogen.

Meine besondere Gratulation an Lukas Hambrecht und die American Classics (#19),  die als Einzige den profilneurotischen Mumpitz durchschaut und richtig kommentiert hat! Alle Details zum Fall sind dort in der nächsten Ausgabe nachzulesen... .

 


Dienstag, den 9. 3. 2021

Studioaufnahmen für das BBC Radio Forum

 

 

 

Es war eine schöne Abwechslung vom Corona-Werkstatt-Alltag:

die Aufnahmen eines Beitrages für das BBC Radio Forum zum Thema "Frühe Automobile". In einer Schaltung aus dem Freiburger LiquidStudio zur BBC-Zentrale in London wurde ich mit Larry  Edsall (Gründer der Online-Plattform ClassicCars.com), Giles Chapman (ehemaliger Herausgeber des Magazins Classic & Sports Car), und der Moderatorin Bridget Kendall verbunden.

 

Die Aufzeichnung des entspannten 40minütigen Gesprächs über Erfinder, Rennfahrer, urtümliche automobile Tücken, frühe Elektromobile, aber auch Hintergründe zu Materialien und Produktionstechniken der Fahrzeugpioniere war eine ganz neue Herausforderung, die ich sehr genossen habe. Der Beitrag wird soweit geplant Mitte Mai ausgestrahlt - und natürlich dann  gleich hier verlinkt!


Samstag, den 5. 9. 2020

Wurzener Tage der Industriekultur: das Polymobil ist wieder in Fahrt!

Zwischen 1904 und 1907 stellte die Firma Polyfon in Wurzen bei Leipzig Fahrzeuge nach Lizenz des Oldsmobile Curved Dash her.  Weniger als eine Handvoll dieser Wagen ist bis heute erhalten geblieben, einer befindet sich jedoch seit 2018 in der Sammlung von Matthias Hühn in Wurzen. Dieses von seiner Grundsubstanz sehr original erhaltene Polymobil mit Baujahr 1904 wurde vom  Vorbesitzer in den vergangenen  Jahrzehnten jedoch leider stark vernachlässigt. In den letzten Monaten  konnte es nun aber wieder in einen gepflegten, historischen Gebrauchszustand und  in Funktion gebracht werden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 Das Polymobil zu Beginn der Konservierung und schonenden Instandsetzung. Vor 2018 wurde das Fahrzeug allerdings kaum gepflegt und unter schlechten Bedingungen aufbewahrt, darum haben sich grosse Bereiche der originalen Lackierung  abgelöst oder sind bereits verloren gegangen. Die Sicherung und Erhaltung der noch vorhandenen historischen Substanz war darum erstes und wichtiges Ziel der Behandlung.

Die mechanischen Komponenten des Wagens waren in den 1960er Jahren "mit Unverstand" repariert und bearbeitet worden, so dass tiefgehende Nachforschungen zur Konstruktion und Funktion des Wagens notwendig waren. Tino Räppel, Spezialist des Oldtimerdienst Chemnitz, hat sich mit besonderer Geduld um die genaue technische Untersuchung und Recherche, sowie eine vorsichtige Instandsetzung der mechanischen Komponenten gekümmert. Paralell dazu habe ich die Karosseriebeschichtung und die Polster des Fahrzeuges gesichert und anschliessend in meiner Werkstatt gereinigt, konserviert und kleinteilig retuschiert.

 

Für den Transport der fragilen Karosserie nach Vörstetten mussten die grossflächig abgelösten, gefährdeten Bereiche der Lackierung mit Papierkaschierungen gesichert werden

Bei der anschliessenden Konservierung wurden die Papiersicherungen vorsichtig entfernt und die losen Schichten mit einem speziellen Klebemittel und leichtem Erwärmen wieder mit dem Untergrund verbunden.

Die Verluststellen in der Lackierung wurden mit reversiblen Retuschierfarben punktuell und ohne Übermalung des Originals eingetönt und so das geschlossene historische Erscheinungsbild wieder hergestellt.

Das Ergebnis der gemeinsamen Anstrengungen konnte anlässlich der "Wurzener Tage der Industriekultur" am 5. und 6. September in der Sammlung Hühn begutachtet werden. Die zahlreichen Gäste konnten in Führungen die Sammlung erkunden, die neben Modellen von Horch und  der Auto Union einen Schwerpunkt auf historische Musikautomaten und die lokale Industriegeschichte legt.  Die Arbeiten am Polymobil wurden in Vorträgen vorgestellt und Tino Räppel präsentierte das heute wieder voll funktionstüchtige Fahrzeug in Aktion.

 

Der Wagen wieder zurück in der Sammlung Hühn und bei einer Demonstrationsfahrt,

- und hier nochmal in bewegten Bildern!

Auch mit den aktuell leider immer noch notwendigen Einschränkungen und Vorsichtsmassnahmen konnten die Veranstaltungen mit einem Imbiss und entspannten Benzingesprächen ausklingen.

Es freut mich sehr, dass das Wurzener Polymobil mit nun 116 Jahren bei Matthias Hühn ein gutes Zuhause gefunden hat!